Stress ist eine kurzfristige Erfahrung. Angst ist eine mittel- oder langfristige Erfahrung, die kommen und gehen kann.
Das sympathische Nervensystem, manchmal auch als Ihre „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion bezeichnet, wird am häufigsten bei Angst ausgelöst, da es eine Schutzreaktion ist. Hier können wir also erkennen, dass die Angstreaktion zwei Hauptaspekte hat: physische und emotionale.

Physisch kann sich Ihr Körper anspannen, und Sie bemerken möglicherweise einen höheren Herzschlag als normal oder Schlafstörungen. Emotional können Sie rasende Gedanken, Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten haben. Dies ist die natürliche Reaktion unseres Körpers auf physische Bedrohungen, wie wenn ein wildes Tier uns angreift, um uns zu schützen. Diese Gefahrenreaktion verallgemeinert sich jedoch, und dann reagieren wir auf emotionale Bedrohungen genauso wie auf physische.

Diese Gefahrenreaktion nenne ich „Überlebensangst“.
Biologisch wollen unsere Körper überleben, um unsere Gene weiterzugeben, und wenn wir unter physischer Bedrohung durch das Virus stehen oder unter finanzieller Bedrohung durch den Verlust der Existenzgrundlage, werden unsere Abwehrsysteme unseren logischen Verstand außer Kraft setzen und in den Kampf-oder-Flucht-Modus übergehen.

Die Coronavirus-Situation hat viele Menschen mit ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert, vielleicht sogar mit der Angst vor dem Tod.
Dies gilt insbesondere für Personen in den höheren Risikokategorien, wie ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Normalerweise würde diese Schutzreaktion abklingen, wenn die Gefahr nachlässt oder wir sie in Relation setzen.

Manchmal bleibt das Gehirn jedoch in einer Schleife stecken und schützt uns auf ängstliche Weise übermäßig, um uns zu warnen. Und in diesen Zeiten können wir immer wieder neu ausgelöst werden, wenn wir die Nachrichten sehen oder beobachten, wie die Pandemie unser tägliches Leben beeinflusst.

Ein ängstlicher Geist denkt an alle Worst-Case-Szenarien, alles, was schiefgehen könnte.
Ironischerweise tut der Geist dies, um das Risiko zu minimieren. Doch indem er die Schutzreaktion übertreibt, unterdrückt er unser Immunsystem unnötigerweise und beeinträchtigt unsere Stimmung. Daher ist der Umgang mit der Angst entscheidend für unser geistiges, emotionales und körperliches Wohlbefinden. Es ist auch entscheidend für die Stärkung unserer Immunität.
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